sPDEndlich wird es eine sozialliberale Alternative geben, nach der Bundestagswahl. Noch bevor die Niederlage der SPD in trockenen Tüchern ist, beginnen Abseiler sich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Einige “SPD-Rebellen” nehmen das SPD-Splitting vorweg und bereiten sich auf die Gründung einer neuen Partei vor. Jürgen Walter ist einer der Initiatoren. Die Absicht hatte er schon früher, ihm fehlte die Unterstützung. Nun, nachdem die Niederlage der SPD bei der BTW-2009 näher rückt, träumen neben Walter noch einige von einer politischen Zukunft rechts der SPD.

Damit auch ganz klar wird wo man sich im politischen Spektrum ansiedeln möchte, will man versuchen den ehemaligen Superminister Clement für die neue Partei zu begeistern. Damit wäre jedem klar wo es lang geht. Clement war immer gut für Versprechen jenseits der Realität. Der Vollbeschäftigungsminister landete nach all seinen vollmundigen Versprechen als Herr der Arbeitslosen.

Jürgen Walter ist ein politisches Pfund, an dem jede Partei ihre Freude hätte. Das ist der Mann, der in Hessen den Koalitions- oder Duldungsvertrag mit der Die Linke aushandelte. Einen Tag vor der Abstimmung bekam er Gewissensbisse. Nicht etwa wegen des von ihm maßgeblich mit gestalteten Vertrags, er hielt plötzlich Ypsilantis Weg für falsch. Na ja, man kann sich ja mal verlaufen, denn bis zu dem Zeitpunkt war es auch sein Weg. Die Wahrheit dürfte eine andere sein. Walter wollte Wirtschaftsminister werden, weil er sich diesbezüglich einer gewissen Genialität verdächtigt. Das wurde ihm verweigert – und diese Kränkung drückte ihm auf’s Gewissen.

Politisch wäre die neue Partei nichts weiter als ein Abziehbildchen der CDU. Die Gründer könnten einfach in die CDU wechseln aber eben keine Karriere machen. Man vergleiche Walter und Guttenberg. Da ist auf Jahrzehnte kein Land in Sicht für einen vom Format des Jürgen Walter.

Meine Einschätzung, die SPD werde sich nach der Wahl regelrecht zerlegen, muss ich nicht revidieren. So wie es aussieht habe ich nur den Zeitpunkt falsch eingeschätzt.

Update 09.08.2006/16:08:

Jürgen Walter bestreitet die Absicht inzwischen. Gegenüber dem Hambureg Abendblatt (Montag) sagte er “Diese Geschichte ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Es gibt keine Bestrebungen, eine neue Partei zu gründen”

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