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Die Verfassungsbrecher sitzen unbehelligt in den Parlamenten

24. Juli 2009 04:46

ggDie Ver­fas­sungs­bre­cher sit­zen in den Par­la­men­ten und auf Regierungsbänken!

Neuester Fall: CDU/CSU und SPD hiel­ten ihre schüt­zende Hand — unter Bruch der Ver­fas­sung — über Schilly und Steinmeier.

Kon­se­quen­zen für die Täter? Keine!

Regel­mä­ßig ver­stos­sen Poli­ti­ker gegen die Ver­fas­sung. Das hat kei­ner­lei Kon­se­quen­zen für die, die unsere Ver­fas­sung der­art miss­ach­ten! Die Presse bedient sich in sol­chen fäl­len gerne der For­mu­lie­rung „schal­len­den Ohr­feige“. Das drückt nichts wei­ter als Hilf­lo­sig­keit aus. Die Medien sind nicht in der Lage oder nicht Wil­lens Ver­stöße gegen die Ver­fas­sung aus­rei­chend anzuprangern.

Wer gegen unsere Ver­fas­sung ver­stößt sollte sank­tio­niert wer­den. Poli­ti­ker müss­ten das pas­sive Wahl­recht für min­des­tens fünf Jahre ver­lie­ren, wenn sie gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ßen, denn sie haben sich durch ihr Han­deln selbst disqualifiziert.

Als Bür­ger kann ich mich nicht auf einen Irr­tum beru­fen, ver­stoße ich gegen Gesetze, kann mich so der Strafe nicht ent­zie­hen. Das ist rich­tig so, denn jeder würde sich die­ser Aus­flucht bedie­nen. Für Poli­ti­ker sollte das auch gelten.

Es ist albern, in sech­zehn Bun­des­län­dern agiert je ein Ver­fas­sungs­schutz kon­spi­ra­tiv und dann, nach­dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mal wie­der die Ver­fas­sungs­bre­cher benennt — geschieht nichts. Voll­kom­men fol­gen­los neh­men die Herr­schaf­ten das Urteil zu Kennt­nis, begrü­ßen es teil­weise sogar, obwohl es ihnen per­sön­lich den Bruch der Ver­fas­sung höchst rich­ter­lich beschei­nigt. Das ist eine Ver­höh­nung der Bür­ger und der Verfassung.

Poli­ti­ker müs­sen end­lich Ver­ant­wor­tung für ihr Han­deln über­neh­men. Frei­wil­lig wer­den sie das nicht tun. Die nächste Bun­des­tags­wahl steht an. Sehen sie in den Wahl­pro­gram­men nach wel­che Par­teien sich auf­ma­chen der Ver­fas­sung den not­wen­di­gen Respekt zu ver­schaf­fen. Ich wette, sie fin­den keine!

Arti­kel in der SZ „Der Rüf­fel gilt nicht nur der aktu­el­len schwarz-roten Regie­rung, son­dern auch ehe­ma­li­gen Kabi­netts­mit­glie­dern wie Otto Schily, die in teil­weise uner­träg­li­cher Über­heb­lich­keit vor dem Aus­schuss prä­zise Aus­sa­gen verweigerten.“

In kei­nem Arti­kel wird man For­de­run­gen nach Haf­tung der poli­tisch Agie­ren­den fin­den. Ver­fas­sungs­bruch zum Nulltarif!

Kom­men­tar “Stutt­gar­ter Zeitung”

Es gibt schlei­chende Staats­kri­sen, die die Bür­ger kaum wahr­neh­men. Weil das Ver­fas­sungs­wid­rige ihnen längst selbst­ver­ständ­lich erscheint. Die Ver­schie­bung der Macht weg von den Par­la­men­ten hin zu den Regie­run­gen ist ein Jahr­zehnte wäh­ren­der Pro­zess. Ab und an erin­nert das Ver­fas­sungs­ge­richt daran, was im Grund­ge­setz steht. Dann ver­beu­gen sie die, die die Macht an sich geris­sen haben, und die, die sich selbst ent­mach­tet haben, ein­träch­tig in Rich­tung Karls­ruhe und loben die Weis­heit der Rich­ter. Danach zieht die Kara­wane wei­ter. Schon sagen die Mäch­ti­gen, so wie sich Karls­ruhe das mit Europa vor­stelle, könne es in der Pra­xis nicht funk­tio­nie­ren. Man könnte ehr­li­cher­weise auch sagen: So wie das Grund­ge­setz es sich vor­stellt, kann Europa nicht funktionieren.

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