Vorsitzende Die LinkeDie Vorsitzende der Die Linke hat sich in einem vorab veröffentlichten Redebeitrag zumindest missverständlich ausgedrückt. Genossen wie Gegner mussten fürchten, die Partei befände sich urplötzlich auf dem Weg bzw. einem der tausend Wege zum Kommunismus. Na ja, mal abgesehen von den Schreihälsen, die wenig überrascht gleich aufheulten mit Sprüchen wie 'Ich hab's ja immer schon gesagt'. 

Wer nicht im 'Westen' sozialisiert wurde, hat es schwer, den Begriff Kommunismus, wie er hier in den alten Ländern emotional besetzt ist, 'westlich' zu begreifen. Assoziationen sind an erster Stelle Gewaltherrschaft, Verbrechen bis zum Abwinken, Bedrohung aus dem Osten usw. Das ist ja nun auch nicht gerade alles falsch, verbietet aber in jedem Fall von vornherein jede sachliche Auseinandersetzung theoretischer Art mit diesem gescheiterten Modell.

Kommunismus ist und bleibt hier ein Kampf-Begriff vom Typ Totschlagargument. In Diskussionen kommst du gerade noch so weit dich von den Verbrechen zu distanzieren, verloren hast du bereits vorher. Viele Genossen hier werden tausende Stunden zusammen tragen, in denen sie nichts weiter zu tun haben als sich gegen die bedienten Vorurteile wehren zu müssen. Auch mein Dank dafür Richtung Berlin.   



Link zum Artikel Gesine Lötsch

Lesen wir mal was außerhalb des Aufmerksamkeitsjournalismus so geschrieben wurde.

taz

Frankfurter Rundschau

Süddeutsche

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6 Responses to Die Linke und der Kommunismus

  1. Engelbert sagt:

    Es ist ganz einfach:
     
    "Was ist für die CDU 'Kommunismus'?"
     
    Klar: Alle Ideen, die nicht von der CDU selbst kommen.

  2. Manfred sagt:

    Der "demokratische Sozialismus" ist eine Tautologie, weil Sozialismus ohne Demokratie undenkbar ist! Und "Sozialismus" ist einfach nur der Name des Weges zum Kommunismus! DIE LINKE als "Partei des demokratischen Sozialismus" ist also eine kommunistische Partei. Und das ist gut so, denn andernfalls würde ich sie natürlich nicht wählen! Deine Dir vom politischen Gegner antrainierten Beißreflexe sind tragikomisch, mein Freund!

    • hdb sagt:

      So kleinkariert geht es dann doch nicht. Wen sollte es stören vom ‘weißen Schimmel’ zu reden, wenn nicht vorausgesetzt werden darf das jeder den Begriff Schimmel kennt?
      Ich persönlich finde es wichtig vom Demokratischen Sozialismus zu schreiben und reden. Wie dumm der Mensch sein kann, mussten wir erfahren, als wir den tollen ironischen Slogan ‘Reichtum für alle’ prägten.

      Mir wurde nichts vom Gegner antrainiert. Ich habe aber Problem mit theoretischen Schwätzern, die mit dem Hintern einreißen was andere mühsam aufgebaut haben.

  3. Ostpirat sagt:

    Als die Linke aufkam (nicht die PDS), da war ich sehr gespannt. Würde es endlich eine Alternative geben? "Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten", das konnte man schon nach Hartz IV sagen, die Schaffung des "Niedriglohnsektors" (der durch Steuergeld gesponsorten Sklavenarbeit) und die sog. "Liberalisierung des Finanzsektors" unter Hans Eichel und Peer Steinbrück waren da nur noch das Tüfelchen auf dem "i".
     
    Die Grünen waren spätestens seit ihrem Hinterhertrotten hinter den Sozen schon keine Alternative mehr. Daher "die Linke" genau anschauen. Und? Was bekommt man da? Einsatz gegen Niedriglöhne, gut, Forderung nach Mindestlöhnen, gut, Abzug aus Afghanistan, gut und dann … Gesine Lötsch.
     
    Ja hat der guten Frau niemand niemals nicht erklärt was sie da anrichtet? Ihr "Weg zum Kommunismus"? Dann "Linke" aus Hessen die den "Veteranen Tschekisten" (also Stasi-Mitarbeitern) zum Jubiläum gratulieren? Ja, gehts noch?
     
    Das war dann das erste und letzte mal dass "DIe Linke" meine Stimme bekam. Mit Leuten die bis heute nicht verstanden haben was ihr Kommunismus ist, mit denen ist wohl ernsthaft kaum Politik zu machen, auch wenn sie im Bundestag sitzen (u.a. mit meiner Stimme).
     
    Falls die Genossin Lötsch Interesse daran hat was "ihr" Kommunismus so ist, ich führe sie gern dahin wo ich schon war, an die Lubyanka in Moskau, den Sitz des KGB von einst, auf die Solovetsky-Inseln im Weissen Meer, wo man noch Reste einer GULAG-Baracke bestaunen kann, an den Stdtrand von Kiew, wo Massengräber der in der Stalinzeit Erschossenen besichtigt werden können, an die Stätten an denen in den Dreissigern der "Golodamor" (Die Hungersnot) zum Tod von Tausenden Ukrainern führte, an die ungezählten Stätten an denen Namenlose die während der unmenschlichen Bedingungen beim Bau des Weiss-Meer-Kanals verscharrt wurden, usw. usf.
     
    Ein klärendes Wort zu alle dem hätte der Genossin Lötsch gut getan. Aber, sie hausiert ja lieber mit irgendwelchen "Ismen" herum.
     
    Sorry liebe Linke, uns trennen Welten solange wie Ihr keine klare Stellung bezieht. Ich habe Dinge gesehen die im Namen des "Fortschritts" passierten, im namen des "Kommunismus", des "real existierenden Sozialismus" bei denen es mir genau so graut wie beim Anblick von Stutthoff, Bergen-Belsen,Auschwitz, Ravensbrück, Baby Yar.
     
    Macht endlich reinen Tisch.

    • Ostpirat sagt:

       
      Schön im Übrigen zu lesen dass sich die Genossin Lötsch für den Sozialismus a la Rosa Luxemburg einsetzt. Als ehemalige DDR-Bürgerin und Mitglied der diesen Staat tragenden Partei hätte sie allerdings wissen können, dass Rosa Luxemburg in der DDR nur zu ihrem Todestag gefeiert wurde. Eine unverkürzte Ausgabe der Werke Rosa Luxemburgs insbesondere mit ihrer Schrift zur russischen Revolution verhinderte eben diese staatstragende Partei. Warum? Weil es da u.a. heisst "ohne allgemeinen Meinungstreit, Versammlungs- und Pressefreiheit stirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben. … Eine Diktatur ? Ja, aber nicht die Diltatur des Proletariats, sondern eine Diktatur im bürgerlichen Sinne."
       
      Und im übrigen wissen wir wo unsere Kanzlerin war am Tage des Mauerfalls … wahrscheinlich um die Dinge vom ende her zu betrachten, wie es so ihre Art ist. Aber wo die genossin Lötschwar als die Leute in Leipzig um den Ring zogen, mit Argusaugen bewacht von den Machthabern, das hätte ich auch gern mal gewußt.

    • hdb sagt:

      Wenn jemand seinen eigenen Kommentar kommentiert, noch dazu bei einem überholten Thema, muss ich mich eigentlich nicht weiter darauf einlassen.

      Mein Position dazu ist nachlesbar.

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